Das Verjagen mit Greifvögeln

Bei dieser Maßnahme werden von professionellen Falknern abgerichtete Greifvögel eingesetzt, welche den Tauben jedoch nur einen Schrecken einjagen, diese aber selten angreifen. Das liegt daran, dass die meisten der eingesetzten Greifvögel die Tauben nicht auf ihrer „Speisekarte“ stehen haben, also passen die Tauben nicht in das jeweilige Beuteschema.

Auch der Einsatz von Wanderfalken bringt nicht den gewünschten Erfolg. Zwar jagt und frisst dieser Greifvogel u.a. auch Tauben, allerdings wird der Wanderfalke niemals eine ganze Population vernichten können. Ebenso muss erwähnt werden, dass die Greifvögel niemals in der Nähe des eigenen Horstes jagen, um den Standort des Horstes gegenüber anderen Beutegreifern nicht zu verraten.

Schließlich hat die Natur dafür gesorgt, dass die Raubtiere nur so viel „Beute machen“, dass es zum Überleben reicht, sich jedoch niemals die eigene Nahrungsgrundlage zerstören können.

Beispielrechnung: Würde sich ein Wanderfalke ausschließlich von Tauben ernähren (sein tatsächlicher Tauben-Anteil liegt bei 20-30 % der Nahrung), dann bräuchte ein einzelner Greifvogel 4 Tauben pro Woche, also 200 Tauben im Jahr. Ein Brutpaar mit 3 Nestlingen benötigt für jeden Jungfalken noch einmal 4 Tauben pro Woche mehr, was bei einer Nestllings-Dauer von 6 Wochen insgesamt 72 Tauben ausmacht.

Somit liegt der Gesamtbedarf eines Falkenpaares bei 472 Tauben pro Jahr, wobei hier nur ausgewachsene Stadttauben mit einem Gewicht von 350 Gramm in Betracht gezogen werden.

Und da die Tauben schlau sind, werden die Vögel auf andere Sitzmöglichkeiten ausweichen, wo ihnen keine Greifvögel in die Quere kommen können, z.B. in Nischen unter Straßenbrücken. Dorthin können die Greifvögel den Tauben auf keinen Fall folgen, und somit sind die Tauben dort auch sicher vor irgendwelchen Angriffen.