Die Problemstellung

Auch wenn das Augsburger Modell an sich effektiv und umsetzbar ist, so bedarf es doch der Arbeitskraft von Menschen, welche sich an den verschiedenen Projekten beteiligen.

Das große Problem dabei ist jedoch, dass die meisten dieser Projekte von einer privaten Initiative durchgeführt und betreut werden. Wer an den Projekten mitarbeitet, opfert einen großen Teil seiner Zeit, sofern er nicht beruflich ebenfalls mit den Tauben zu tun hat. Die Beteiligung der kommunalen Verwaltungen an den Projekten hält sich auch in Grenzen und ist meist auf die Bereitstellung von Geldbeträgen beschränkt.

 

Wie wollen wir das Mitarbeiter-Problem lösen?

Das Stadttauben-Projekt wird seit dem 01.09.2011 von der FachWerk Kreis Wesel UG durchgeführt. Als Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) greifen wir dafür auf Mitarbeiter zurück, welche durch die zuständigen Jobcenter in öffentliche Arbeitsgelegenheiten (AGH) vermittelt werden.

Unser Vorgehen hat mehrere Gründe:

1.) Durch unser Projekt bieten wir solchen Menschen eine Gelegenheit zur Arbeitsaufnahme, welche auf dem ersten Arbeitsmarkt kaum eine reelle Chance haben, jemals in vernünftige Arbeit hineinzukommen.

2.) Durch unser Projekt werden keine vorhandenen Arbeitsplätze weggenommen oder zerstört, sondern vielmehr schaffen wir dadurch sogar Arbeitsplätze.

3.) Durch unser Projekt werden auch Langzeitarbeitslose wieder an geregelte Arbeitsabläufe herangeführt.

Was genau machen die Mitarbeiter bei uns?

Nun, um dieses Projekt aufrechtzuerhalten, fallen vielerlei Arbeiten an. Ein Teil der Mitarbeiter ist für die Pflege der im Taubenbahnhof vorhandenen Taubenpopulation zuständig. Dazu gehören das Reinigen der Schläge, die Versorgung der Vögel mit Wasser und Futter sowie die Betreuung von verletzten oder kranken Tauben.

Der andere Teil der Mitarbeiter ist damit beschäftigt, die Taubenschläge, welche durch externe Auftraggeber bestellt werden, zu planen, zu bauen und vorzumontieren. Zu diesem Zweck steht uns eine gut ausgerüstete Werkstatt zur Holzbearbeitung zur Verfügung.

Welche Schlüsse kann man daraus ziehen?

Auch wenn die Mitarbeiter mitunter nur wenige Monate in dem Projekt beschäftigt sind, so ist diese Zeit doch eine lehrreiche Erfahrung für die meisten von Ihnen. Eigentlich sollte dieses Projekt als eine Art „Sprungbrett“ dienen, um die ausscheidenden Mitarbeiter für das „normale“ Berufsleben zu qualifizieren. Uns ist aber auch bewusst, dass einige der Mitarbeiter, welche bei uns beschäftigt waren, niemals eine Chance haben werden, wieder in das „normale“ Berufsleben zurückkehren zu können.

Wir bieten diesen Menschen, welche keine Chancen am Arbeitsmarkt mehr haben, eine Gelegenheit, etwas Sinnvolles zu tun und dabei, wenn auch nur geringe, Mehraufwandsentschädigung zu erhalten.