In Europa heimische Wildtaubenarten

Die Vogelfamilie der „Tauben“ umfasst etwa 300 Arten in 42 Gattungen, doch diese alle aufzuzählen, das würde eindeutig den Rahmen sprengen.

Wir betrachten jedoch nur die in Europa heimischen 5 Wildtaubenarten. Das sind die Felsentaube, die Ringeltaube und die Hohltaube, welche zur Gattung der Feldtauben gehören. Dann gibt es noch die Türkentaube und die Turteltaube, welche zur Gattung der Turteltauben gehören.

Während die Felsentaube die Küstenregionen als Lebensraum benötigt, da diese Taubenart ein sogenannter Felsenbrüter ist, bevorzugen die anderen 4 Wildtaubenarten die bewaldeten Gebiete Europas als Lebensraum.

Als reine Körnerfresser sind die Wildtauben auf das Nahrungsangebot in den Wäldern sowie auf den Gras- und Ackerlandschaften angewiesen. Während jedoch die heimischen Wildtauben den „Gabentisch“ praktisch vor ihrer Nase haben, müssen die Felsentauben von ihren Brutgebieten an den Küsten weit ins Landesinnere fliegen, um dort die notwendige Nahrung zu finden.

Wildtauben brüten zwei- bis dreimal pro Jahr und ziehen so jährlich bis zu 6 Küken auf. Das Besondere und Einzigartige an den Wildtauben ist, dass diese Vögel ihre Küken mit einer speziellen „Kropfmilch“ füttern, welche die Nestlinge regelrecht aus dem Kropf der Elternvögel trinken.

Da diese Kropfmilch sehr nahrhaft ist, wachsen die Küken sehr schnell heran und sind nach ca. 6 Wochen schon flügge. Doch obwohl die Jungtauben schon mit ca. 6 Monaten geschlechtsreif sind, folgen die erste Balz und das erste Gelege erst im März oder April des Jahres, welches auf das Geburtsjahr folgt.

Die in bewaldeten Gegenden lebenden Wildtauben sind vielen Fressfeinden ausgesetzt, was das Überleben nicht gerade leicht macht. Neben den Raub- und Greifvögeln sowie den Eulen, welche die Tauben meist im Flug schlagen, drohen den Taubennestern Gefahren durch Kleinraub- und Nagetiere, welche ebenfalls hauptsächlich im Wald leben.

Zum einen werden die Jungvögel von den Kleinraubtieren wie dem Marder gefressen, zum anderen werden die Eier von Nagetieren wie Mäusen angebissen und ausgetrunken. Selbst das Eichhörnchen, welches zu den Nagetieren gehört und ein Allesfresser ist, labt sich ab und zu an einem Taubennest.

Die Felsentaube wiederum lebt an den zerklüfteten Küsten des Mittelmeerraumes sowie an den Küsten der Britischen Inseln. Dort bekommen es die Vögel weniger mit Greifvögeln zu tun, dafür besteht die dortige Gefahr aus räuberischen Möwen wie der Raubmöwe oder der Silbermöwe. Fallen die Jungvögel bei den ersten Flugversuchen aus den Nestern, werden diese ein Schmaus für die im Wasser wartenden Raubfische.

Wildtauben können ein Alter von 12-15 Jahren erreichen, doch in Gefangenschaft gehaltene Exemplare werden wesentlich älter. Die älteste bekannte Wildtaube ist inzwischen 25 Jahre alt und erfreut sich immer noch ihres Lebens.


Die Felsentaube

Die Ringeltaube

Die Türkentaube